Offener Brief zur Entwicklung des Tourismus


OFFENER        BRIEF

Jahrzehntelang hat der nördliche Spreewald im Schatten der traditionell stark frequentierten und auf regen Publikumsverkehr eingerichteten Orte im südlichen Teil gestanden. Das hat sich in den letzten Jahren nicht zuletzt durch die Entwicklung attraktiver Angebote privater Unternehmen positiv verändert im Sinne der Tourismuswirtschaft. Das ist grundsätzlich zu begrüßen; Beschäftigung für die Menschen und Stärkung der Finanzkraft der Kommunen sind u.a. davon abhängig. Allerdings findet der Gast das in Werbebroschüren und Filmen dargestellte Image des Spreewalds immer seltener in der Realität vor. Oft sind Ruhe und Beschaulichkeit nur noch in der Nebensaison zu finden; immer mehr bunte Werbeschilder versperren den Erholungssuchenden den entspannten Blick in die Landschaft, Geräusche und Gerüche aus tausenden Auspufffrohren lassen immer weniger Spreewald-Feeling zu.

Durch teilweise nicht nachvollziehbare Vorgehensweisen u.a. der Forstverwaltung, Versäumnisse beim Ausbau der Infrastruktur ( besonders für Fahrradfahrer ) und nach Meinung des NABU Spreewald durch Übernutzung und nicht landschaftsangepasstes Verhalten bei Nutzungen im Biosphärenreservat kommen erschwerend hinzu..

 Der NABU Spreewald nimmt die aktuelle Entwicklung und Vorhaben im nördlichen Spreewald zur Kenntnis – und sieht sich veranlaßt, einige Punkte anzusprechen und um Zustimmung bei Einwohnern und Gästen zu werben. Also: Wieder mehr Spreewald schaffen – den Spreewald, den die Besucher und die Spreewälder so lieben.

Die Spreewald-Auen – also der normale Ausdehnungsraum des Flusses – sind nach und nach immer mehr eingeschnürt worden. Der teure Dammbau wäre teilweise so nicht notwendig hätte der Fluss mehr Platz. Also Rückbau wo möglich, Öffnung von abgeschnürten Altgewässern, Durchgängigkeit sichern.

Der anstehende Neubau des Hartmannsdorfer Wehrs sollte genutzt werden, um die Feuchtgebiete und Fließe, die durch die Anlage der Fischzuchtteiche in den 80er Jahren zerstört wurden, soweit wie möglich unter Nutzung der Ur-Reste wieder durchgängig zu gestalten (Ableitung von Wasser vor dem Hartmannsdorfer Wehr  unter Nutzung des Gefälles in das  Areal PAUCK).

Ökologische Durchgängigkeit der Pretschener Spree bis zur Einmündung in die Krummspree bei Plattkow.

Ein dem in den nächsten Jahren zu erwartenden Kfz-Verkehrsaufkommen nach und von BAB-Ausfahrt Staakow / Brand / TROPICAL ISLAND entsprechender separater Ausbau der Fuß- und Radwege via Krausnick nach Schlepzig und Groß Wasserburg (und weiter). Dies unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen im Buchenhain und in den Auen – sowohl des Naturschutzes wie des Schutzes der Menschen, die nicht dem Verkehr zum Opfer fallen sollen. Hier muß auch der zu erwartende „Transitverkehr“ in die Erholungsgebiete östlich der Spree bis hin zum Schwielochsee in die Betrachtung einbezogen werden.

Gespräche mit Eigentümern und Nutzern der früheren Feuchtflächen spreeabwärts von Lübben mit dem Ziel, diese wieder VOR die Dämme zu bringen (Grundsatz: Gelegentliche Überschwemmungen der Wiesen nutzen mehr als sie schaden.)

Besucherführung durch entsprechende Hinweise und Beschilderung an und durch die Schönheit des Unter- und Bergspreewalds – unter Meidung besonders sensibler Bereiche ( Beispiel: Luchsee bei Krausnick).

Der NABU Spreewald würde sich freuen wenn weitere Personen und Organisationen die genannten Ziele unterstützen würden.

Auch weitere konstruktive Hinweise sind stets willkommen.

Kontakt :                    NABU Spreewald, Postfach 1506 , 15905 Lübben / Spreewald

oder per E-Mail :      kontakt@nabu-spreewald.de




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