Umgehungsstraße -Pressemitteilung des NABU vom August 2011


Pressemitteilung des NABU Spreewald in Auswertung der Sommerferien

Position des Vorstandes des NABU Kreisverbandes Spreewald

„Ortsumfahrung – mal sachlich“

Längere Zeit hat man vom NABU – Regionalverband nichts zur Umgehungsstraße gehört. Dies hatte seinen guten Grund. Wir wollten Argumente „sacken“ lassen und uns über die Situation in der Ferienzeit ein Bild machen, in welchem der Verkehr, ohne Behinderungen durch große Baustellen wie 2010, rollt.
Und es ist gegenwärtig – Juli 2011 – so gewesen, dass man immer mehr oder problemlos zu jeder Tageszeit die Stadt, bis auf ein paar hausgemachte Hindernisse, passieren konnte.
Weiterhin sollte jedem auffallen dass die allermeisten PKW LDS – Nummernschilder tragen, also vermutlich Zielverkehr sind. Viele Fahrzeuge bzw. deren Fahrer kennt man vom sehen. Bei den auswärtigen PKW wissen wir natürlich nicht ob es Zielverkehr in die Stadt oder Durchreisende sind. Aber gerade Touristen wollen wir ja in der Stadt haben und nicht an ihr vorbeileiten.
Anders stellt es sich bei den schweren Lastzügen dar, hier handelt es sich oft um grenzüberschreitenden Fernverkehr der die Maut auf der Autobahn umgeht. Viele davon fahren in die Holzverarbeitenden Betriebe nach Baruth, obwohl dort die Autobahn und die Bundesbahn am Industriegelände vorbeiführen. Bei steigenden Dieselpreisen dürfte sich allerdings mittelfristig der Transport mit der Bahn eher rechnen. Auch die Holzreserven in den grenznahen polnischen Wäldern sind eher früher wie später abgebaut. Im Übrigen führen diese billigen Holzimporte zu Dumpingpreisen, unter denen unsere einheimischen Waldbesitzer leiden.
Also auch hier ist Geduld angesagt.
Natürlich können wir die Beschwerden nachvollziehen, denen die Anwohner von Linden- und Luckauerstraße zum Beispiel ausgesetzt sind. Hier würden u. a. folgende Maßnahmen zur Linderung beitragen:

-über eine Tonnageeinschränkung für die Bogenbrücke den LKW-Fernverkehr auf die
Autobahn leiten
-Kupka mit Parktaschen für Busse versehen
-Ampel an der Schlossinsel durch Überführung ersetzten
-Kreisverkehr statt Ampel in der Lindenstraße

Im Falle der Verwirklichung der Ortsumfahrung, egal welche Route, würden auch wieder Menschen neu belastet und es kommt zu erheblichen Erschwernissen für die ortsansässigen Land- und Forstwirte, schon dadurch weil erhebliche Flächen, wir schätzen mal ca. 50 ha überbaut werden. Zahllose landwirtschaftliche Wege sind dann unterbrochen und die Flächen für die Eigentümer nur noch über Umwege erreichbar. Es wird nicht für jeden Waldweg eine Unterführung geben.
Die Straße selbst wird auf einem breiten und sehr hohen Damm verlaufen müssen, da ja u. a. die Bundes- und die Beeskowerbahn gekreuzt werden. Dieser Damm wird im Bereich nordwestlich Lübben so hoch wie die Bäume der Hartmannsdorfer Heide sein. Solche hohen Straßen leiten ihren Geräuschpegel weit in das Umland, die Bewohner von Lübben – Nord; Lübben – Ost und Hartmannsdorf werden das dann deutlich spüren.
Nicht zu vergessen sei auch die Kollision mit Naturschutzrecht, auch der FFH – Richtlinie.
Wie man eine naturschutzfachlich vertretbare Querung des Spreetales nördlich Lehnigksberg bewerkstelligen will, ist uns auch rätselhaft.
Da sämtliche bis jetzt veröffentliche Trassenvarianten überwiegend über Flächen verlaufen die sich in Privateigentum befinden, sind komplizierte und langwierige Enteignungsverfahren die Folge, weil nicht jeder Eigentümer verkaufen wollen wird. Auch dieses sollte bedacht werden.

Da die geplante Straße in etwa genauso viele Menschen be- und entlastet und unsere Landschaft in einem bisher nie gekanntem Verhältnis entwertet und bei sinnvollen Verkehrsoptimierungen in der Stadt selbst noch einiges für den Lärmschutz getan werden kann, sollte man auf deren Bau verzichten und Lösungen in der Stadt selbst finden. Schließlich wollen unsere Touristen unzerstörte Landschaften und nicht überdimensionierte Verkehrswege vorfinden und der Staat spart sehr viel Geld.“

Vorstand und Beirat

Harald Schneider
1. Vorsitzender

Auszüge von diesesm Beitrag wurden in der Lausitzer Rundschau Lübben am 06.08.2011 veröffentlicht.




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Ein Komentar to “Umgehungsstraße -Pressemitteilung des NABU vom August 2011”

  1. Uwe schrieb:

    Hallo an alle ! Wir sollten das Thema in 2013 nochmal anpacken ! Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013 ! Uwe