Streit um die Waldnutzung im Schützenhaus vorerst entschieden

Mit dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes Berlin/Brandenburg vom 28.9.2012 ist der juristische Streit um den Großkahlschlag im Revier Schützenhaus vorerst entschieden. Grund war u.a. auch die von einem Gutachter festgestellte Unwirtschaftlichkeit der Waldbewirtschaftung in diesem Gebiet.

Beschluss und Gutachten unter folgenden Links:

Beschluss+OVG+vom+28.09.12

Reinertragsprognose_Erle_20120925



 Evaluierungsbericht des MAB – Komitee stärkt Nabu-Positionen

Der folgende Bericht ist allen Mitgliedern des Kuratoriums zum Biosphärenreservat Spreewald (also auch dem Nabu ) übergeben worden und listet  klar die Anforderungen an künftige Kernzonen / NEG im Spreewald  auf. Siehe auch den Beitrag „Neuestes zur Kernzonenerweiterung – Schreiben an das Bundesamt für Naturschutz“

Evaluierung+2012.pdf



 Offener Brief zur Entwicklung des Tourismus

OFFENER        BRIEF

Jahrzehntelang hat der nördliche Spreewald im Schatten der traditionell stark frequentierten und auf regen Publikumsverkehr eingerichteten Orte im südlichen Teil gestanden. Das hat sich in den letzten Jahren nicht zuletzt durch die Entwicklung attraktiver Angebote privater Unternehmen positiv verändert im Sinne der Tourismuswirtschaft. Das ist grundsätzlich zu begrüßen; Beschäftigung für die Menschen und Stärkung der Finanzkraft der Kommunen sind u.a. davon abhängig. Allerdings findet der Gast das in Werbebroschüren und Filmen dargestellte Image des Spreewalds immer seltener in der Realität vor. Oft sind Ruhe und Beschaulichkeit nur noch in der Nebensaison zu finden; immer mehr bunte Werbeschilder versperren den Erholungssuchenden den entspannten Blick in die Landschaft, Geräusche und Gerüche aus tausenden Auspufffrohren lassen immer weniger Spreewald-Feeling zu.

Durch teilweise nicht nachvollziehbare Vorgehensweisen u.a. der Forstverwaltung, Versäumnisse beim Ausbau der Infrastruktur ( besonders für Fahrradfahrer ) und nach Meinung des NABU Spreewald durch Übernutzung und nicht landschaftsangepasstes Verhalten bei Nutzungen im Biosphärenreservat kommen erschwerend hinzu..

 Der NABU Spreewald nimmt die aktuelle Entwicklung und Vorhaben im nördlichen Spreewald zur Kenntnis – und sieht sich veranlaßt, einige Punkte anzusprechen und um Zustimmung bei Einwohnern und Gästen zu werben. Also: Wieder mehr Spreewald schaffen – den Spreewald, den die Besucher und die Spreewälder so lieben.

Die Spreewald-Auen – also der normale Ausdehnungsraum des Flusses – sind nach und nach immer mehr eingeschnürt worden. Der teure Dammbau wäre teilweise so nicht notwendig hätte der Fluss mehr Platz. Also Rückbau wo möglich, Öffnung von abgeschnürten Altgewässern, Durchgängigkeit sichern.

Der anstehende Neubau des Hartmannsdorfer Wehrs sollte genutzt werden, um die Feuchtgebiete und Fließe, die durch die Anlage der Fischzuchtteiche in den 80er Jahren zerstört wurden, soweit wie möglich unter Nutzung der Ur-Reste wieder durchgängig zu gestalten (Ableitung von Wasser vor dem Hartmannsdorfer Wehr  unter Nutzung des Gefälles in das  Areal PAUCK).

Ökologische Durchgängigkeit der Pretschener Spree bis zur Einmündung in die Krummspree bei Plattkow.

Ein dem in den nächsten Jahren zu erwartenden Kfz-Verkehrsaufkommen nach und von BAB-Ausfahrt Staakow / Brand / TROPICAL ISLAND entsprechender separater Ausbau der Fuß- und Radwege via Krausnick nach Schlepzig und Groß Wasserburg (und weiter). Dies unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen im Buchenhain und in den Auen – sowohl des Naturschutzes wie des Schutzes der Menschen, die nicht dem Verkehr zum Opfer fallen sollen. Hier muß auch der zu erwartende „Transitverkehr“ in die Erholungsgebiete östlich der Spree bis hin zum Schwielochsee in die Betrachtung einbezogen werden.

Gespräche mit Eigentümern und Nutzern der früheren Feuchtflächen spreeabwärts von Lübben mit dem Ziel, diese wieder VOR die Dämme zu bringen (Grundsatz: Gelegentliche Überschwemmungen der Wiesen nutzen mehr als sie schaden.)

Besucherführung durch entsprechende Hinweise und Beschilderung an und durch die Schönheit des Unter- und Bergspreewalds – unter Meidung besonders sensibler Bereiche ( Beispiel: Luchsee bei Krausnick).

Der NABU Spreewald würde sich freuen wenn weitere Personen und Organisationen die genannten Ziele unterstützen würden.

Auch weitere konstruktive Hinweise sind stets willkommen.

Kontakt :                    NABU Spreewald, Postfach 1506 , 15905 Lübben / Spreewald

oder per E-Mail :      kontakt@nabu-spreewald.de



 Nächste Exkursion

20.10.2012 Radexkursion in den  Oberspreewald

Sonnabend, 20.10.2012

16.30 Uhr; Treff :  Lübben TKS  Radexkursion zu den Kranichen im Oberspreewald mit Arnulf  Weingardt

 

 

30.9.2012 Pilzexkursion mit Dörte Wernick

Sonntag, 13.00-16.00 Uhr Treff : Schlepzig, Parkplatz bzw. Bushaltestelle Buchenhain. Die Exkursion findet auch bei Regenwetter statt, bei längerer Trockenheit in den Wochen davor kann sie ausfallen, bitte vorher erkundigen bei:

D. Wernick Tel. 035478-178338, Unkostenbeitrag 3 €, je zur Hälfte für NaBu und BLP. Frau Wernick ist geprüfte Pilzsachverständige des „ Brandenburger Landesverband der Pilzsachverständigen“, www.blp-ev.de, und arbeitet dort im Vorstand mit.

Am Ende sind die Körbe voll mit dem für Unkundige unbekannten Speisepilzen: Dörte Wernick (rotes Hemd) ist sich bei der Bestimmung der Arten sicher

 

26. August    “Moorschutz und Wasserrückhalt – Rund um den Butzener Bagen”
                                Wanderung in die Lieberoser Heide
 
 
Leitung Dr. Schuhmacher und Dietrich Dommain
Bitte zur eigenen Versorgung Speisen und Getränke mitbringen.
Zeit:                     10°° – 13°°
Treffpunkt: Rammoltsee/nördlich Butzen
 
Es handelt sich um eine Führung zu mehreren renaturierten Mooren in einer ehemaligen Schmelzwasserrinne.
Dadurch dass hier nur ein Eigentümer (Nabu-Stiftung) einzubeziehen war, konnten  annähernd die Grundwasserstände, wie sie hier im 19. Jhd. herrschten, wieder erreicht werden.
Zusätzlich wandert gerade der Biber ein.
Während einer Exkursion im Juni 2012 waren spektakuläre Landschaftsbilder zu sehen
 
 


 Umgehungsstraße aktuell

Der NABU Spreewald e.V. arbeitet überparteilich und wird von keiner Partei finanziert.
Um den aktuellen Verlauf der Diskussion zur Umgehungsstraße darzustellen, veröffentlichen wir hier zwei Artikel der „Lausitzer Rundschau“.

Harald Schneider

Lübben 22.10.2011

Lübbener Umgehungsstraße sorgt für Konfrontationskurs
LÜBBEN „Das muss man sich sehr, sehr gut überlegen“, diesen Satz hat Anton Hofreiter (Die Grünen) am gestrigen Freitagabend in Lübben mehrmals gesagt. Gemeint war die Lübbener Umgehungsstraße, und gestützt war die Warnung des Vorsitzenden des Bundesverkehrsausschusses auf viele Argumente.

Zum Beispiel, dass der Bund wenig Geld für viele Projekte hat, dass Lübben von drei Seiten von einem massiven Bauwerk umschlossen wäre, das möglicherweise nahe Lehnigksberg auf Stelzen verlaufen müsste, dass völlig offen ist, wann die Straße gebaut und in Betrieb genommen wird, dass Acker-, Weiden- und Naturflächen verloren gingen und vieles mehr. Die rund 50 Gäste im Lübbener Spreeblick bekamen einen streckenweise launigen Einblick in das bundesdeutsche Planungswesen im Allgemeinen, die Abenteuer der Deutschen Bahn AG im Speziellen und das bayrische Biergartenwesen im Besonderen.

Als jedoch Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) mahnte: „Wir sind hier nicht im Bundestag“ und die ganz alltäglichen Probleme vor Ort mit nicht enden wollenden Holztransporten, im Stau steckenden Rettungsfahrzeugen und der Bedeutung des Status Erholungsortes für die Lübbener, die mit Tourismus ihr Geld verdienen, schilderte, prallten die Meinungen knallhart aufeinander. Touristisch wichtig sei ja nun nicht nur der Erholungsort, sondern auch der Naturraum bei Lehnigksberg, entgegnete beispielsweise Grünen-Kreisvorsitzender Andreas Rieger, und der Erholungswert werde auch geschmälert durch ein derart massives Bauwerk. Das Problem, kristallisierte sich an einigen Punkten deutlich heraus, ist der Schwerlastverkehr. Arnulf Weingardt, Lübbener und Naturschützer, wünschte sich jedenfalls inständig einen Gott, „der sagt: ,Leute, das relativ billige Massengut Holz kommt ab heute nicht mehr über die Straße, sondern über die Schiene hierher.’“

Lübben 24.10.2011
Grüne schlagen Lkw-Verbannung aus Lübben vor
LÜBBEN Es war ein Abend voller Ironie, Leidenschaft und streckenweise Bitterkeit. Bündnis 90/Die Grünen hatte Anton Hofreiter eingeladen, den Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er sollte Lübben einmal von seiner Seite erklären, wie es um die Finanzen für Straßenbau auf Bundesebene bestellt ist.
Launig und mit bayrischen Biergarten-Anekdoten gewürzt, durchaus ironisch und mit Unterhaltungswert packte der Grünen-Abgeordnete aus dem Freistaat die Aufgabe an, ein dröges Thema wie Finanzen für Straßenbau auf Bundesebene zu erläutern.

Das Geld ist knapp und das Rohöl wird ausgehen, waren zwei der weniger überraschenden Erkenntnisse. 90 Prozent der Mobilität hänge vom Öl ab, so Hofreiter, und diese werde sich mit dem Ende des Rohstoffs dramatisch verändern.

Dieses und eine ganze Reihe weiterer Argumente zielten auf die unausgesprochene Frage ab, warum für eine Ortsumgehung von Lübben mindestens 30 Millionen Euro investiert werden sollen – ganz abgesehen vom Eingriff in die Natur. Deren Belange, machte Christian Boellert vom Naturschutzbund (Nabu) deutlich, seien bisher viel zu wenig beachtet worden. Sein stärkstes Argument: Die Querung der Spree bei Lehnigksberg stellt eine infrastrukturelle Herausforderung für das Bauwerk dar, das – wenn überhaupt – nur über Stelzen zu lösen wäre. Damit wäre eine der schönsten Ausfahrten von Lübben aus optischer Sicht für immer verändert.

Und so war die Diskussion an ihrem Dreh- und Angelpunkt angekommen: Leidet Lübben mehr, wenn es den Status Erholungsort verliert, weil die Stadt die Verkehrsbelastung durch endlose Lkw-Kolonnen und Staus nicht reduzieren kann? Oder leidet Lübben dann mehr, wenn Teile der touristischen Pfunde, mit der die Stadt wuchert, an Attraktivität verlieren? Für Grünen-Kreisvorsitzenden Andreas Rieger war das „eine Abwägungssache“.

Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) sah diesen Punkt naturgemäß ganz anders. Die Bitterkeit, die die Frage, was Lübben eigentlich vom Erholungsort habe, in ihm auslöst, war deutlich zu spüren. Denn aus Bretterbauers Sicht war die Auszeichnung als staatlich anerkannter Erholungsort für Lübben einer der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der Stadt, der vielen Einwohnern, ob Pensionsbetreibern oder Ladenbesitzern, wirtschaftlichen Erfolg ermöglicht.

Acht Jahre Bauzeit

Bretterbauer ließ auch nicht unerwähnt, dass die innerörtliche Ausbaualternative, auf die die Grünen abzielten, eine achtjährige Bauzeit in Lübben mit Arbeiten an neuralgischen Punkten bedeuten würde – kurz: noch mehr Stau.

Beobachter der Lübbener Stadtverordnetenversammlungen erinnerten sich daraufhin an den Schock, den diese Auskunft des damaligen Verkehrsministers ausgelöst hatte – verbunden mit der Entscheidung, jetzt die Planung für die Umgehung voranzutreiben. Es sei allerdings in speziellen Fällen möglich, formulierte Hofreiter vorsichtig, den Lkw-Verkehr komplett aus der Stadt zu verbannen. „Das muss man gut begründen, weil jeder Spediteur dagegen klagen kann.“ Auch eine Lkw-Maut auf Bundesstraßen, um den Schwerverkehr auf den Autobahnen zu konzentrieren, würde aus Grünen-Sicht helfen und ist eine langjährige Forderung ihrer Politik. Hofreiter plädierte zudem für eine gezielte Förderung von Fußgänger- und Fahrradverkehr und für kleinere Lösungen in der Stadt selbst: „Ich kann nur jedem raten, egal ob Umgehungsstraßen-Befürworter oder -Gegner, den Spatz in der Hand zu nehmen und nicht auf die Taube auf dem Dach zu hoffen.“
Von Ingvil Schirling